Island Mai 2007

Island ist zwar nicht Norwegen, aber passt hier trotzdem ganz gut rein :-) Aber erst mal ganz von vorne. Als wir im April 2006 in Oslo auf unsere Fähre warteten, kam Thomas mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der wohl eine höhere Position bei Vöglers Angelreisen besetzte. Der erzählte uns davon, dass seine Firma jetzt ganz neu auch Reisen nach Island anbieten würde und schwärmte uns vom Fischreichtum dort vor. Das war Grund genung dafür uns mal genauer danach zu erkundigen. Die Idee ließ uns auch dann nicht mehr los, und so so saßen Thomas, Dieter, Ralf, Bernhard und ich dann auch im Mai 2007 im Flieger der uns nach Island bringen sollte. Die Vorbereitungen waren garnicht so leicht, weil man ja nicht einfach seine ganze Ausrüstung ins Auto schmeißen konnte. Deswegen verbrachten wir schon Monate vorher unsere Zeit mit einkaufen und planten, was wir wie mit ins Flugzeug bekommen. Bis aufs letze Kilo ausgereizt, bekamen wir unser Gepäck aber problemlos durch die Kontrollen und konnten uns auf den Urlaub freuen. Wir wurden zuerst von einer Linienmaschine nach Kevlavik geflogen. Es sah toll aus, als man Island endlich durch die Wolkendecke sehen konnte. In Kevlavik wurden wir dann von der Reiseleitung mit den Sätzen empfangen, dass die Hütten die wir gebucht haben noch nicht fertig gestellt wurden. Deswegen hat man uns kurzer Hand von den Westfjorden in den Norden Islands umgebucht. Das ganze erst in Island zu erfahren, war schon ein bischen doof, aber was soll man machen. Mit dem Bus ging es weiter nach Reykjavik wo schon eine Propellermaschine auf uns wartete, die uns hoch nach Akureyri fliegen sollte. Dort angekommen wurden wir von Friman empfangen, der uns dort betreuen sollte. Mit uns waren noch 3 andere Gruppen angereist. Den letzen Teil der Reise verbrachten wir dann in einem Bus, der uns schließlich an unseren Zielort Olafsfjördur brachte. Wir waren die ersten Angler überhaupt, die diesen Ort besuchten. Unsere Boote, die wir ja schon bezahlt hatten, mussten in der Nacht extra noch aus Akureyri hergefahren werden. Es handelte sich um nagelneue Dieselboote. 7,5 m lang, 125 PS und eine beheizbare Kajüte. Ich war mal wieder der Kapitain, wo ich auch nichts gegen hatte ;-) Die Boote gingen gut ab und man konnte sich auch weiter raus wagen, weil sie gut seegängig waren und man schnell wieder rein fahren konnte, wenn das Wetter umschwingt. Das hat uns übrigens von seiner besten Seite empfangen. Herrlicher Sonnenschein strahlte die Schnee bedeckten Berge an, als wir am ersten Morgen losfuhren um zu fischen. Und das klappte auch hervorragend. Wenn wir gewollt hätten, wären unsere Kisten schon am ersten Tag mit Filet voll gewesen. Man brauchte garnicht viel suchen. In Tiefen zwischen 15 und 40 Metern war alles voll mit beißwütigen Fischen. Dorsch, Schellfisch, Köhler endlich mal in vernünftigen Größen und auch ein paar Steinbeißer gingen uns an den Hacken. Und das ganze vor einer herrlichen Kulisse. Überwiegend bestand der Grund aus Vulkanstein und so blieben auch eine Menge Pilker unten. Einige Jungs aus den anderen Gruppen mussten sich zum Ende schon mit Eisenbolzen aus dem Hafen aushelfen, um ihre Köder nach unten zu bekommen. Abends nach dem Angeln gab es nichts schöneres, als ein Bad in den Wannen zu nehmen, die auf der Veranda von jeder Blockhütte standen. Gefüllt wurden sie mit heißem Thermalquellwasser. Es war herrlich bei Temperaturen um 0° C im heißen Wasser zu sitzen, ein kaltes Bier zu trinken und die herrliche Ausicht zu genießen. Das Wetter war leider nicht die ganze Zeit so gnädig und zeigte sich auch von seiner rauhen Seite. Teilweise mussten wir uns damit begnügen im Hafen Plattfische zu angeln. So verflogen die Angeltage wie im Flug. Ich hatte leider auch die Gelegenheit ein isländisches Krankenhaus von innen zu sehen, weil ich starke Bauchschmerzen hatte. Ich war aber wirklich sehr positiv überrascht, wie nett wirklich alle Leute dort oben sind. Der Dorf-Arzt hat mich Nachts um 3 Uhr untersucht, mir Schmerzmittel verabreicht und mich sogar wieder zur Hütte gefahren. Und das alles ohne Bezahlung. Ich musste nicht mal meine Karte vorlegen. In Deutschland undenkbar. Unseren Fisch durften wir in der Fischfabrik von Friman verarbeiten. Die stand Tag und Nacht für uns offen. Wir durften uns dort mit allem bedienen und unsere Filets dort lagern. So viel Vertrauen zu Fremden muss man erst mal haben. Den letzten Tag in Olafsfjördur entschlossen wir uns nochmal rauszufahren und Wale zu suchen. Und wir hatten sogar das Glück. Auf dem Weg raus, konnten wir Schweinswale sehen und weiter draussen haben wir Buckelwale gesichtet. Die haben uns leider nicht sehr nahe an sich ran gelassen. Irgendwann haben die Wale uns ihre Fluke gezeigt und sind im größeren Abstand wieder aufgetaucht. Aber es war trotzdem ein gewaltiges Erlebniss. Allein schon das Blas-Geräusch zu hören war toll. Dann ging es leider auch schon wieder zurück nach Reykjavik, wo wir 2 Nöchte in einem Hotel untergebracht wurden. Wir hatten uns schon im Vorfeld für eine Bustour angemeldet und wurden so einen Tag lang durch die Gegend gefahren um die nächsten Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Kontinetalspalten, Wasserfälle, Geysire und Vulkane gab es zu sehen. Es war eine tolle Tour und hat sich sehr gelohnt. Das war dann aber auch der letzte Teil vom Island Aufenthalt. Am nächsten Tag saßen wir schon wieder im Flieger, der uns zurück nach Deutschland gebracht hat.

Mir hat der Trip sehr gut gefallen. Endlich mal wieder ordentlich Fische gefangen und auch noch was von Island gesehen. Ich habe mir vorgenommen dieses tolle Land wieder zu besuchen, wenn es nur geht.