Leka April 2006

Weil die Fahrt im Jahr davor nach Leka so erfolgreich war, entschlossen wir uns kurzer Hand das ganze nochmal zu versuchen. Und so machten wir uns diesmal mit 11 Mann auf nach Leka, um Fische zu fangen. Thomas, Dieter, Manfred, Klaus, noch ein Dieter, Johann, Hermann, 2 Bernhards, mein Onkel Willi und ich bezogen nach einer anstrengenden Fahrt die Hütte vom Vorjahr. Da wir alles schon kannten, waren die Schlafplätze schnell verteilt. Die Bootsbesatzungen standen auch schnell fest. Ich wurde mal wieder zum Fahrer ernannt, was mir auch gut passte, und durfte Hermann, die Bernhards, Willi und mich in einem kleinen Boot über den Atlantik schippern. Der Rest der Truppe fuhr mit der Dieselschnecke von Vorjahr raus zum Fischen. Da Thomas die besten Spots letzes Jahr schon im GPS gespeichert hatte, fuhren wir diese dann auch gezielt an. Nur der Fisch war nicht da. Jetzt fing erst mal die Sucherei nach den Schwärmen an, was gar nicht so leicht war. Wir fuhren ziellos zwischen dem verschneiten Bergen vom Festland und der Insel Leka übers Wasser und suchten mit dem Echolot den Fisch. Wenn wir mal einen Scharm gefunden hatten , waren es nur kleinere Köhler. Von denen hatte ich schon langsam die Nase voll. Ich wollte großen Fisch angeln und nicht den Seelachs-Kindergarten leer fischen. Da ich ungern die Natur ausbeute, fische ich nicht gern gezielt auf nicht geschlechtsreife Tiere. Ich werfe eigentlich alles, was zu klein ist und sauber gehackt wurde zurück ins Meer. Auch Angler können Tierfreunde sein. Aber irgendwie entwickelte sich bei manchen in der Truppe der Drang unbedingt die Fischkisten voll zu machen. Also fuhren wir jeden Tag raus und peitschten kleine Köhler. Ab und zu ging auch mal ein Dorsch an den Hacken. Soweit ich mich errinnern kann, blieben leider die Pollacks, die wir im Vorjahr so erfolgreich fangen konnten, fast komplett aus. Das war sehr schade, aber es war einfach noch zu früh im Jahr. Leka war noch zum Teil mit Schnee bedeckt. Das sah zwar toll aus, aber es war noch zu kalt für den küstennahen Fisch. So machte sich dann auch schnell Frust in der Truppe breit, den der arme Thomas als Organisator ernten musste. Vor allem, wenn die See zu rauh war, und es zu gefährlich war, um raus zu fahren, kam es schnell zu kleinen Streitereien. Das hat mir überhaupt nicht gefallen und ich hab mich einfach nach draussen verdrückt und die tolle Landschaft genossen. Deswegen hab ich in dem Jahr auch keinen einzigen Fisch fotografiert, dafür aber umso mehr Landschaft :-) Daran kann ich mich einfach nicht satt sehen. 1-2 mal fuhren wir mit einem ansässigen Fischer auf seinem Kutter etwas weiter raus auf´s Meer. Das war aber auch nicht viel erfolgreicher als unsere eigenen Versuche. Leka ist und bleibt ein tolles Revier, aber es war einfach zu früh für große Fische. So haben wir uns dann aber wenigstens Leka etwas genauer angeschaut und sind auch mal über die Insel gefahren. Ein wirklich sehr schöner Fleck Erde. Etwas entäuscht traten wir dann nach 8 Tagen die Heimreise an. Diesmal waren wir schlauer. Wir fuhren schon morgens los und quartierten uns Abends ca. 120 km vor Oslo in kleinen Blockhütten ein. So konnten die Fahrer noch mal ordentlich die Nacht durchschlafen und die Fahrt war nicht so anstrengend. Morgens gings dann weiter nach Oslo zur Fähre. Zum Schluss kann ich wieder mal sagen, dass mir die Tour trotzdem gut gefallen hat. Norwegen ist für mich immer eine Reise wert und wird es auch bleiben.